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Inu Yasha - Das US-Artbook

Diese Rezension stammt aus dem Jahr 2003 und wurde in die Reviewdatenbank übertragen.

Seit etwa einem Monat gibt es jetzt auch eine amerikanische Version des ersten Inu Yasha Artbooks von Viz, und ich habe natürlich keine Kosten gescheut, mir diese Ausgabe zu besorgen, um Vergleiche anstellen zu können.

Das Artbook ist bis hin zur Seitenzahl identisch, jede Seite des japanischen Artbooks findet ihre Entsprechung in der Viz-Veröffentlichung. Viz brachte den Inu Yasha Manga in den USA zunächst gespiegelt heraus, jedoch hat man sich beim Artbook die Mühe gespart und es ungespiegelt auf den Markt gebracht - durchaus vorteilhaft, außerdem spart man sich die Verwirrung, die zweifellos aufgetreten wäre, wenn die Screenshots des Animes spiegelverkehrt im Buch aufgetaucht wären. (Inzwischen gibt es alle amerikanischen Bände auch ungespiegelt.) Das Äußere ist ansonsten typisch westlich, den Schutzumschlag sucht man vergeblich, andererseits ist er nicht wirklich nötig. Die Illustration auf dem Cover ist dieselbe, jedoch ohne Goldschrift und mit einem anderen Logo.
Merkwürdigerweise weicht das Format von den Originalausmaßen ab, es ist etwa einen Zentimeter breiter und zwei Zentimeter höher als die japanische Vorlage. Der Schwarz/Weiß-Teil ist (anders als beim Original) wie der Rest auf Hochglanzpapier gedruckt, was nicht unbedingt von Vorteil ist, da diese Zeichnungen besser rüberkommen, wenn das Schwarz nicht so leuchtet.

Zum Inhalt an sich gibt es nur wenig Neues: Die Texte wurden fast alle ins Englische übersetzt, von Soundwords der Manga-Farbseiten, einer auf einem Foto vorhandenen Überschrift, kleinen Anmerkungen bei den Skizzen zum Haus der Higurashis und den Mangascans im Glossar abgesehen. Die Texte der Manga-Seiten gehen mit dem Viz-Manga konform und sind sprachlich nicht ganz so hart wie die deutschen.
Die Texte am Ende entpuppen sich als Bericht von den Synchronarbeiten, ein Interview von Rumiko Takahashi mit den Sprechern sowie Interviews mit den Machern der Animeserie. Sehr interessant, wenngleich sich das Interview mit den Synchronsprechern manchmal zu sehr auf ein "ich bin gesegnet, dass ich hier mitwirken darf" beschränkt.

Zur Qualität der textlichen Übertragung kann ich natürlich wenig sagen, indes erlaube ich mir mal, die Optik näher zu prüfen. Während die Manga-Zeichnungen fast vollständig originalgetreu in der Viz-Ausgabe gelandet sind, fehlt den Screenshots des Animes etwas Helligkeit, was jedoch erst beim direkten Vergleich wirklich auffällt. An einer Stelle war offenbar ein Haar auf dem Scanner und fand so seinen Weg ins Artbook. Andere Sachen fallen jedoch sofort auf: Die Screenshots vom Opening sind numeriert, und aus irgendeinem Grund sind die Zahlen bei der Viz-Ausgabe nicht durchgehend weiß, was ein wenig irritiert. Erklärbar ist die Sache nicht - schließlich musste Viz die Nummern nicht selbst machen, sondern konnte einfach vom japanischen Artbook abscannen.

Beim Schwarz-Weiß Teil fallen Fehler noch um einiges mehr auf: Die Fotos sind oft von kaum mehr zu ignorierenden Moirées überzogen, und bei den Modelsheets scheint sich das leicht veränderte Format zu rächen: Während eine Trennlinie im Original sauber hinter Shippos Kopf verläuft, ohne die Zeichnung zu berühren, sieht man bei Viz einige abgehackte Striche. Die Seiten mit den Modelsheets sind in beiden Artbooks (jap. und amerik.) von einem dekorativen Randmuster umgeben, welches noch einmal mittels schwarzer Linien vom Innenteil abgegrenzt ist. Hier scheint man bei Viz die Arbeit gescheut zu haben, die Linen nochmal selbst neu zu machen, man sieht an diesen Linien noch die Pixel, wo das Original nicht ganz gerade auf dem Scanner lag. Das ist nicht übermäßig tragisch, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck.
Ansonsten hab ich noch ein paar subjektive Anmerkungen: Die handschriftlichen Anweisungen in den Modelsheets des Originalartbooks wurden in einer Times New Roman-Schriftart in die Viz-Ausgabe gelettert. Nicht unbedingt schön, da hätte man auch eine handschriftähnliche Type verwenden sollen. Das Glossar am Ende verblieb im typisch japanischen Layout - etwas wirr, absolut ungeeignet für Sprachen, die man nicht in Spalten von rechts nach links liest, und zudem in einer Ordnung, die nicht dem westlichen ABC folgt. Hier wäre es besser gewesen, wenn man das gesamte Glossar in einem vollständig neuen Layout gestaltet hätte.

Christian

Nun könnte man nach dieser geballten Kritik meinen, dass ich vom Kauf des Artbooks abrate. Ganz im Gegenteil! Das Artbook ist recht gut gelungen, es gibt auch keine gewollten Farbänderungen wie beim Ranma-Artbook, man findet hier verständliche Texte und zahlt weniger als für den japanischen Import, den man zur Hälfte eh nicht kapiert. Andererseits könnte man auch auf die deutsche Version warten, die im EMA-Winterprogramm 2005/2006 erscheinen wird. Entscheidet einfach selbst!

Bewertung:

cees

Kurzinformationen:
amerikanische Version des ersten jap. Artbooks
Titel: The Art of Inu Yasha
Zeichner: Rumiko Takahashi
Verlag: Viz
Preis: 22,95 US-Dollar (bei Amazon.de derzeit 21,63 €)
Umfang: 160 Seiten, s/w und Farbseiten
ISBN: 1-56931-941-3
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Verfasst am 4.12.2004

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