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Nintendo (任天堂 oder modern ニンテンドー, eigentliche Umschrift nintendou, langer Firmenname 任天堂株式会社, Nintendo Aktiengesellschaft) ist ein japanischer Videospielkonzern. Die ersten beiden Kanji bedeuten etwa "in der Verantwortung des Himmels", was ungefähr heißen soll, dass der Himmel harte Arbeit belohnt.
Gegründet wurde Nintendo von Fusajiro Yamauchi im Jahr 1889 in Kyoto, wo bis heute der Hauptsitz der Firma ist. Damals stellte Nintendo sogenannte Hanafuda-Spielkarten her. Der Urenkel des Firmengründers, Hiroshi Yamauchi, bemühte sich nach der Übernahme der Geschäftsführung 1949, Nintendos Geschäftsbereiche auszuweiten, was zwischenzeitlich zu Nintendo-Love-Hotels, Nintendo-Taxis und Nintendo-Nudelsuppen führte.
Erfolgreicher war schließlich der Einstieg in die Unterhaltungselektronik. Ende der 70er Jahre begann Nintendo mit der Herstellung von Spielautomaten, 1980 führte Nintendo mit Nintendo Game & Watch kleine tragbare LCD-Spiele ein, welche bis in die 90er Jahre produziert wurden und in der Sowjetunion diverse unlizenzierte Klone nach sich zogen.
1983 stellte Nintendo das Famicom vor, eine 8-Bit-Spielkonsole mit wechselbaren Modulen. Die Konsole wurde in Japan und in den USA ein großer Erfolg, in Europa konnte Konkurrent Sega dank eines früheren Markteinstieges größere Teile des Marktes für sich beanspruchen. In Japan wurden für das Famicom sogar Tastatur, ein BASIC-Interpreter zur Programmierung, ein Diskettenlaufwerk und ein Netzwerk-Adapter für erste Online-Versuche veröffentlicht.
1989 veröffentlichte Nintendo die tragbare Spielkonsole Game Boy, eine Entwicklung des "Game & Watch"-Erfinders Gunpei Yokoi. Obwohl mit dem Schwarz-Weiß-Display und dem schmucklosen Design etwas schlichter ausgestattet als die konkurrierenden Handheld-Systeme von Atari und Sega, dominierte der Game Boy lange Zeit den Markt für tragbare Videospielkonsolen, was auch wiederholten Hardware-Überarbeitungen zuzuschreiben ist.
Das Super Famicom kam in Japan 1990, in den USA 1991 und in Europa 1992 heraus und hatte zumindest in der westlichen Welt zunächst schwer gegen Segas Mega Drive (in den USA Sega Genesis) zu kämpfen. Zusatzchips in Spielemodulen für 3D-Berechnungen verlängerten die Lebensdauer der Konsole. Eine geplante CD-ROM-Erweiterung sollte zunächst von Sony (unter dem Namen Playstation), später von Philips entwickelt werden, wurde aber nach dem mangelnden Erfolg von Segas Mega-CD abgesagt.
Dass Sony nach dem verpatzten Playstation-Deal seine eigene Spielkonsole herausbrachte und damit große Erfolge feierte, setzte Nintendo unter großen Druck. Das N64 von 1996 war technisch zwar besser als die Playstation, benutzte aber im Gegensatz zu den konkurrierenden Konsolen immer noch ROMs mit stark begrenzter Speicherkapazität, was Fremdhersteller vergraulte. In Japan ging die Konsole somit eher unter, in der westlichen Welt blieb Nintendo trotz annehmbarer Verkaufszahlen hinter Sony zurück.
Der Gamecube sollte 2001 verlorenen Boden gutmachen. Der ehemalige Konkurrent Sega war inzwischen aus dem Hardwaregeschäft ausgestiegen, dafür war Microsoft mit der XBox neu im Rennen gegen Sony. Gamecube-Spiele werden auf Mini-DVDs ausgeliefert, anders als die Konkurrenzkonsolen hat der Cube keine Multimediafähigkeiten. In Japan ist der Gamecube erfolgreicher als die XBox, kann aber wie im Rest der Welt Sonys Dominanz nicht brechen.
2004 beginnt die Vermarktung des Nintendo DS (DS = Double Screen). Die tragbare Konsole verfügt über zwei Bildschirme, von denen einer druckempfindlich ist. Der Nintendo DS ist abwärtskompatibel zum Game Boy Advance, aber nicht zum Game Boy Color oder den ursprünglichen Game Boy Spielen. Die Konsole war zunächst nicht als Nachfolger des Game Boy geplant, was auch die Einführung des Game Boy Micro zu bestätigen schien, mittlerweile scheint man aber auch bei Nintendo zu glauben, dass ein komplett neuer Game Boy zu große interne Konkurrenz für den DS wäre. Die kleinere Neuauflage namens Nintendo DS Lite erschien Mitte 2006 in Europa und ist vollständig kompatibel zum großen Nintendo DS. Eine modernisierte Version mit dem Namen Nintendo DSi erschien im April 2009 in Europa. Dieses Gerät bietet keinen Slot mehr für GBA-Spiele, aber zwei integrierte Kameras und eine Anbindung an einen Online-Softwareshop.
Von der DS-Familie wurden in den letzten Jahren mehr Exemplare verkauft als von jeder anderen Konsole.
Die Nintendo Wii erschien in Europa am 8. Dezember 2006 und verspricht neue Spielerfahrung für weniger Geld als die Konkurrenz. Die Hardware ist nicht so leistungsfähig wie die der XBox 360 oder der Playstation 3, dafür ist der Controller innovativ. Äußerlich einer Fernsehfernbedienung ähnlich, verfügt er über Bewegungssensoren und eine Force-Feedback-Technik. Mit dem Controller ist es möglich, z.B. Schwertkampf-, Tennis- oder Golfsimulationen mit realistischen Bewegungen zu steuern. Die Wii ist kommerziell erfolgreicher als die Konkurrenzkonsolen und sehr bei Familien beliebt, allerdings haben Studien festgestellt, dass pro Konsole nur wenige Spiele gekauft werden. Gerade Nicht-Nintendo-Titel für die Wii haben unter Absatzproblemen zu leiden, was die zukünftige Third-Party-Unterstützung für die Wii gefährden könnte.
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