EMA hat sein Programm für Frühjahr/Sommer 2012 bekanntgegeben. Die neuen Serien sind:
Another – Yukito Ayatsuji, Hiro Kiyohara
Bibliotheca Mystica – Chaco Abeno (Originaltitel: Dantalian no Shoka)
Cocktail Control – Makoto Tateno (Originaltitel: Side Car Seigyohou)
Devil's Game – Ryo Takagi
Di[e]ce – Otoh Saki,... [mehr]
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Hier geben die Mitarbeiter ihre Kommentare zur Anime-/Mangaszene, zur Webseite oder zu aktuellen Ereignissen ab, oder sie motzen einfach generell ein wenig rum.
RTL2 will ab Ostern die Animes auf einen frühen Sendeplatz am Sonntag verbannen. Überraschen dürfte es niemanden. Seit Jahren bekommt man immer mehr den Eindruck, dass die japanischen Serien für den Sender eher ein ungeliebtes Stiefkind sind, nachdem sie ihm vor gut zehn Jahren überhaupt bei der Jugend ein Profil abseits von Big Brother gegeben haben. Um Sailor Moon kümmerte man sich damals rührend - man stellte Folgen der ersten Staffel wieder her, die das ZDF bei der Erstausstrahlung geschnitten hatte, man ließ die weiteren Staffeln und die Kinofilme synchronisieren. Einige Jahre später war die Liebe zu Animes bei RTL2 schon merklich abgekühlt. Serien wie Ranma und Inu Yasha führte man nicht zu Ende (und behauptete bei Inu Yasha sogar, es gäbe keine weiteren Folgen, obwohl man in der letzten gesendeten Episode sogar eine Vorschau auf die nächste Folge sah), die früher als "Moon Toon Time" bezeichnete Animestrecke wurde mit amerikanischen Serien aufgebrochen.
Für den Erfolg japanischer Popkultur hatte RTL2 eine gigantische Bedeutung. Serien wie Sailor Moon, Pokémon und Dragonball waren für viele spätere Manga- und Animefans der Ausgangspunkt, die Ausstrahlung eines Animes sorgte in nicht wenigen Fällen erst für den großen Erfolg der parallel erscheinenden Mangas, so etwa bei Detektiv Conan und Kamikaze Kaitô Jeanne. Dass heutzutage wohl kein neuer Manga in Deutschland die Auflagenzahlen von Dragonball oder One Piece erreichen wird, kann man wohl zumindest zum Teil der fehlenden Werbung durch eine parallel gesendete Begleitserie auf einem weit verbreiteten Free-TV-Kanal zuschreiben.
Dass die Manga- und Animeszene in Deutschland schwer angeschlagen ist, wird wohl niemand bestreiten. Von den größeren deutschen Anime-Publishern sind nur Anime Virtual (Kazé) und Universum (mit den Ghibli-Filmen) übrig, bei den Mangaverlagen ist Heyne ganz verschwunden, Panini hat die Veröffentlichungstermine seiner Mangas stark zusammengestrichen, EMA rappelt sich nur langsam wieder zu den alten Veröffentlichungszahlen auf. Der fast vollständige Rückzug des vormals größten Fernsehsenders aus dem Anime-Bereich wird sicherlich nicht dabei helfen, die Lage wieder zu normalisieren.
RTL2 hat natürlich Gründe, so zu handeln. Es geht um höhere Marktanteile bei der "werberelevanten Zielgruppe" im Alter zwischen 14 und 49. Die kann man mit Sitcoms leichter erreichen als mit Animes. Außerdem sind die Zuschauer viel eher dazu bereit, sich Wiederholungen von Sitcom-Folgen anzuschauen. (Viele werden sich sicher erinnern, wie übel Dragonball Z abgestürzt ist, als man dort die Folgen zum ersten Mal wiederholte.) RTL2 will seinen Stück vom Werbekuchen vergrößern, und dafür trennt man sich von altem Ballast, egal wie nützlich er früher gewesen sein mag. Das große Problem für den Anime in Deutschland ist, dass RTL2 für ihn wesentlich wichtiger war als er für RTL2. Ein weißer Ritter, der ihn rettet, ist momentan allerdings leider nicht in Sicht.
Christian
Auch für 2009 habe ich wieder eine Statistik der "großen" Mangaverlage aufgestellt. Wohl zum letzten Mal ausdrücklich vertreten ist Heyne, da dieser Verlag für 2010 so wenig Titel angekündigt hat, dass eine Zählung zu den großen Mangaverlagen nicht mehr gerechtfertigt ist.

Bei EMA gibt es seit Jahren wieder erstmals einen Aufwärtstrend. Ein Teil des Rückgangs bei Carlsen resultiert aus dem Verzicht auf neue Chibi-Mangas im Oktober. Zudem nehmen die Romane, die hier nicht mitgezählt werden, einige Programmplätze bei Carlsen ein. Panini hat sein Programm reduziert; im neuen Jahr wird der Verlag seine Mangas fast ausschließlich an vier Terminen ausliefern, was sicherlich nicht zu einer Steigerung führen wird.
Heyne ist deutlich auf dem Weg nach draußen - für 2010 sind bis zum Herbst bisher nur drei Bände angekündigt; die Weiterführung von "Air Gear" über Band 8 hinaus erscheint sehr fraglich.

Insgesamt ist wieder eine negative Entwicklung zu beobachten, wobei man bei den großen Verlagen mittlerweile auf eine Stabilisierung hoffen kann. Diese dürfte aber auf Kosten der kleineren Verlage gehen, die ihre Programme überproportional stark einschränken oder sich ganz aus dem Markt zurückziehen. Nicht zu verkennen ist aber, dass der Rückgang zwischen 2008 und 2009 wesentlich geringer ausfällt als zwischen 2007 und 2008.
Christian
Vielleicht liegt es an mir, aber ich habe das Gefühl, dass die Conventions deutlich an Schwung verlieren. So ist jedenfalls mein Fazit aus der gerade zu Ende gegangenen Connichi 2009. Von den großen Mangaverlagen war diesmal nur Tokyopop anwesend, japanische Mangazeichner waren diesmal ebenfalls nicht da, und selbst die Stammbesucher von Gainax waren personell etwas dünn vertreten.
Aus irgendeinem Grund hatte man sich als Thema für die Connichi "Piraten" ausgesucht. Ob das nun daran lag, dass am Wochenende der "Talk like a pirate"-Tag war oder die Piratenpartei gerade ein bisschen die Parteienlandschaft aufrüttelt (wohl nicht zufällig war die ganze Zeit ein Stand dieser Partei vor der Halle) - irgendwie wirkte es doch etwas deplatziert. Sogar die Moderatoren mussten zugeben, dass von One Piece abgesehen Piraten im Manga eher selten eine Rolle spielen. Der große Boom von "Fluch der Karibik" ist auch schon seit einigen Jahren vorbei; diesmal habe ich nicht einmal einen Jack-Sparrow-Cosplayer gesehen.
Ach ja, das Cosplay... ich habe mir das Gruppencosplay nicht angesehen (es war schlicht kein Platz mehr im Saal), aber das Einzel- und Paarcosplay war eher traurig. Eigentlich waren 12 Einzel- und 12 Paarcosplays eingeplant, bei den Startnummern kam man aber gerade so mit Hängen und Würgen in den zweistelligen Bereich. Am Willen zum Verkleiden wird es nicht gelegen haben, wie immer waren die Gänge voll mit schön kostümierten Besuchern. Vielleicht setzt sich bei den Cosplayern die Erkenntnis durch, dass der Auftritt auch mindestens so gut sein sollte wie das Kostüm, es aber ungleich schwerer ist, ein Publikum zu begeistern. Auch beim nationalen Vorentscheid für den World Cosplay Summit war der Applaus zumeist etwas verhalten. Warum die Teilnehmer so gerne die Emo-Schiene fahren, weiß ich auch nicht: Jemand sitzt auf der Bühne und flennt herum, wie hart sein Schicksal (Rettung der Welt, Sieg über das Böse usw.) ist, irgendwann kommt der Partner, macht Motivationstraining und am Ende schmachten sie sich ein bisschen an, um sich schließlich unter lautem Gejohle des Publikums (welches offenbar noch nie so etwas gesehen hat) zu küssen. Das würde ich gut finden, wenn es um Strike-Witches-Cosplay ginge, aber wenn optisch (außer aufwändigen Fummeln) nichts geboten wird, wird spätestens nach der dritten Aufführung dieser Art mein Herz auch nicht mehr gerührt.
Eine Quelle des Humors war immerhin der "Bring & Buy"-Raum, bei dem man sein altes Zeug verkaufen lassen konnte. Die "Erwachsenen-Ecke" war nach keinerlei logischen Gesichtspunkten organisiert: Da lagen neben eindeutig pornografischen Mangas und Animes auch "Zetsuai", "Kirara" und "Manga Love Story", andererseits waren teils saftige Yaoi-Romane (Zitat Con-Helfer: "Hab ich angelesen, war nicht so schlimm..." ) und der zweite Band von "Majin Devil" (der erste Band ist indiziert) unter dem ganzen offenbar jugendfreien Kram auf dem großen Verkaufstisch.
Um nicht ganz so negativ zu sein: Es standen überall Mülleimer herum. Und die Versteigerung von Kuchen auf der Auktion war sensationell.
Vielleicht ist ja auch die Wirtschaftskrise der Grund, dass dieses Jahr (wie auch im letzten) die Luft etwas raus war. Allerdings muss ich mir jetzt doch noch schwer überlegen, ob ich mir die nächste Connichi überhaupt persönlich anschauen werde.
Christian
Pünktlich zum Jahresende habe ich auch für 2008 eine Statistik der Mangaveröffentlichungen nach Verlag aufgestellt.

Bei EMA gibt es im Vergleich zum Vorjahr auch wieder einen drastischen Rückgang. Bei den anderen Verlagen gibt es ebenfalls weniger Veröffentlichungen, abgesehen von Carlsen, die als einzige dem allgemeinen Trend trotzen.
Ausgehend von diesen Zahlen möchte ich auch eine Grafik zeigen, welche die Entwicklung der Veröffentlichungszahlen der einzelnen Verlage seit 2002 aufzeigt. Wie auch bei den sonstigen Statistiken zählen nur Mangas, Manhwas, Manhuas und Animecomics mit ISBN; Mangamagazine, Artbooks, Sachbücher, Kalender, Romane und DVDs werden aus Gründen besserer Vergleichbarkeit nicht herangezogen.

Der allgemeine Abwärtstrend ist gut zu beobachten, besonders drastisch fiel dies bei EMA auf. Dieser Verlag veröffentlichte 2008 die wenigsten Mangas seit 2002. In der Gesamtbilanz über alle Verlage hinweg sind 2008 etwa 120 Titel weniger erschienen als 2007 - das ist vom Volumen her etwa so, als wäre ein größerer Verlag aus dem deutschen Markt verschwunden.
(Anmerkung: Die Zahlen, die für die Erstellung dieser Gesamtstatistik verwendet wurden, können von denen der vergangenen Einzelstatistiken für die Jahre 2005 bis 2007 unwesentlich abweichen, da seitdem ein paar Korrekturen durchgeführt wurden, welche sich aber auf die Proportionen nur unmerklich auswirken.)
Christian
Das Jahr steht vor seinem Ende, und es gab wieder so einige Ereignisse, die den Mangamarkt schwer beeinflusst haben - in erster Linie natürlich der fast vollständige Rückzug Heynes aus dem Mangamarkt, der im nächsten Jahr mit der Streckung des Programms (mit nur einem Band pro Monat) und der Schließung des Forums fortgesetzt wird.
Vielleicht ganz interessant ist die Liste der Serien, die dieses Jahr nicht überlebt haben:
Christian
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