Im Herbst wird bei Nickelodeon eine neue Beyblade-Serie starten. Zeitgleich werden nicht nur neue Spielzeugkreisel im Handel erscheinen, EMA hat nun auch kurzfristig fünf Mangabände mit dem Titel "Metal Fight Beyblade" von Takafumi Adachi angekündigt, die ab Oktober monatlich für je... [mehr]
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Auch für 2009 habe ich wieder eine Statistik der "großen" Mangaverlage aufgestellt. Wohl zum letzten Mal ausdrücklich vertreten ist Heyne, da dieser Verlag für 2010 so wenig Titel angekündigt hat, dass eine Zählung zu den großen Mangaverlagen nicht mehr gerechtfertigt ist.

Bei EMA gibt es seit Jahren wieder erstmals einen Aufwärtstrend. Ein Teil des Rückgangs bei Carlsen resultiert aus dem Verzicht auf neue Chibi-Mangas im Oktober. Zudem nehmen die Romane, die hier nicht mitgezählt werden, einige Programmplätze bei Carlsen ein. Panini hat sein Programm reduziert; im neuen Jahr wird der Verlag seine Mangas fast ausschließlich an vier Terminen ausliefern, was sicherlich nicht zu einer Steigerung führen wird.
Heyne ist deutlich auf dem Weg nach draußen - für 2010 sind bis zum Herbst bisher nur drei Bände angekündigt; die Weiterführung von "Air Gear" über Band 8 hinaus erscheint sehr fraglich.

Insgesamt ist wieder eine negative Entwicklung zu beobachten, wobei man bei den großen Verlagen mittlerweile auf eine Stabilisierung hoffen kann. Diese dürfte aber auf Kosten der kleineren Verlage gehen, die ihre Programme überproportional stark einschränken oder sich ganz aus dem Markt zurückziehen. Nicht zu verkennen ist aber, dass der Rückgang zwischen 2008 und 2009 wesentlich geringer ausfällt als zwischen 2007 und 2008.
Christian
Vielleicht liegt es an mir, aber ich habe das Gefühl, dass die Conventions deutlich an Schwung verlieren. So ist jedenfalls mein Fazit aus der gerade zu Ende gegangenen Connichi 2009. Von den großen Mangaverlagen war diesmal nur Tokyopop anwesend, japanische Mangazeichner waren diesmal ebenfalls nicht da, und selbst die Stammbesucher von Gainax waren personell etwas dünn vertreten.
Aus irgendeinem Grund hatte man sich als Thema für die Connichi "Piraten" ausgesucht. Ob das nun daran lag, dass am Wochenende der "Talk like a pirate"-Tag war oder die Piratenpartei gerade ein bisschen die Parteienlandschaft aufrüttelt (wohl nicht zufällig war die ganze Zeit ein Stand dieser Partei vor der Halle) - irgendwie wirkte es doch etwas deplatziert. Sogar die Moderatoren mussten zugeben, dass von One Piece abgesehen Piraten im Manga eher selten eine Rolle spielen. Der große Boom von "Fluch der Karibik" ist auch schon seit einigen Jahren vorbei; diesmal habe ich nicht einmal einen Jack-Sparrow-Cosplayer gesehen.
Ach ja, das Cosplay... ich habe mir das Gruppencosplay nicht angesehen (es war schlicht kein Platz mehr im Saal), aber das Einzel- und Paarcosplay war eher traurig. Eigentlich waren 12 Einzel- und 12 Paarcosplays eingeplant, bei den Startnummern kam man aber gerade so mit Hängen und Würgen in den zweistelligen Bereich. Am Willen zum Verkleiden wird es nicht gelegen haben, wie immer waren die Gänge voll mit schön kostümierten Besuchern. Vielleicht setzt sich bei den Cosplayern die Erkenntnis durch, dass der Auftritt auch mindestens so gut sein sollte wie das Kostüm, es aber ungleich schwerer ist, ein Publikum zu begeistern. Auch beim nationalen Vorentscheid für den World Cosplay Summit war der Applaus zumeist etwas verhalten. Warum die Teilnehmer so gerne die Emo-Schiene fahren, weiß ich auch nicht: Jemand sitzt auf der Bühne und flennt herum, wie hart sein Schicksal (Rettung der Welt, Sieg über das Böse usw.) ist, irgendwann kommt der Partner, macht Motivationstraining und am Ende schmachten sie sich ein bisschen an, um sich schließlich unter lautem Gejohle des Publikums (welches offenbar noch nie so etwas gesehen hat) zu küssen. Das würde ich gut finden, wenn es um Strike-Witches-Cosplay ginge, aber wenn optisch (außer aufwändigen Fummeln) nichts geboten wird, wird spätestens nach der dritten Aufführung dieser Art mein Herz auch nicht mehr gerührt.
Eine Quelle des Humors war immerhin der "Bring & Buy"-Raum, bei dem man sein altes Zeug verkaufen lassen konnte. Die "Erwachsenen-Ecke" war nach keinerlei logischen Gesichtspunkten organisiert: Da lagen neben eindeutig pornografischen Mangas und Animes auch "Zetsuai", "Kirara" und "Manga Love Story", andererseits waren teils saftige Yaoi-Romane (Zitat Con-Helfer: "Hab ich angelesen, war nicht so schlimm..." ) und der zweite Band von "Majin Devil" (der erste Band ist indiziert) unter dem ganzen offenbar jugendfreien Kram auf dem großen Verkaufstisch.
Um nicht ganz so negativ zu sein: Es standen überall Mülleimer herum. Und die Versteigerung von Kuchen auf der Auktion war sensationell.
Vielleicht ist ja auch die Wirtschaftskrise der Grund, dass dieses Jahr (wie auch im letzten) die Luft etwas raus war. Allerdings muss ich mir jetzt doch noch schwer überlegen, ob ich mir die nächste Connichi überhaupt persönlich anschauen werde.
Christian
Pünktlich zum Jahresende habe ich auch für 2008 eine Statistik der Mangaveröffentlichungen nach Verlag aufgestellt.

Bei EMA gibt es im Vergleich zum Vorjahr auch wieder einen drastischen Rückgang. Bei den anderen Verlagen gibt es ebenfalls weniger Veröffentlichungen, abgesehen von Carlsen, die als einzige dem allgemeinen Trend trotzen.
Ausgehend von diesen Zahlen möchte ich auch eine Grafik zeigen, welche die Entwicklung der Veröffentlichungszahlen der einzelnen Verlage seit 2002 aufzeigt. Wie auch bei den sonstigen Statistiken zählen nur Mangas, Manhwas, Manhuas und Animecomics mit ISBN; Mangamagazine, Artbooks, Sachbücher, Kalender, Romane und DVDs werden aus Gründen besserer Vergleichbarkeit nicht herangezogen.

Der allgemeine Abwärtstrend ist gut zu beobachten, besonders drastisch fiel dies bei EMA auf. Dieser Verlag veröffentlichte 2008 die wenigsten Mangas seit 2002. In der Gesamtbilanz über alle Verlage hinweg sind 2008 etwa 120 Titel weniger erschienen als 2007 - das ist vom Volumen her etwa so, als wäre ein größerer Verlag aus dem deutschen Markt verschwunden.
(Anmerkung: Die Zahlen, die für die Erstellung dieser Gesamtstatistik verwendet wurden, können von denen der vergangenen Einzelstatistiken für die Jahre 2005 bis 2007 unwesentlich abweichen, da seitdem ein paar Korrekturen durchgeführt wurden, welche sich aber auf die Proportionen nur unmerklich auswirken.)
Christian
Das Jahr steht vor seinem Ende, und es gab wieder so einige Ereignisse, die den Mangamarkt schwer beeinflusst haben - in erster Linie natürlich der fast vollständige Rückzug Heynes aus dem Mangamarkt, der im nächsten Jahr mit der Streckung des Programms (mit nur einem Band pro Monat) und der Schließung des Forums fortgesetzt wird.
Vielleicht ganz interessant ist die Liste der Serien, die dieses Jahr nicht überlebt haben:
Christian
Aus reiner Neugier habe ich mir mal die Entwicklung der Veröffentlichungszahlen der Mangaverlage in den letzten Jahren angeschaut. Rein subjektiv hatte ich den Eindruck, dass die Verlage immer weniger veröffentlichen, aber stimmt das auch?
Gezählt habe ich nur Mangas, Manhwas, Manhuas und Animecomics, um einen fairen Vergleich zu gewährleisten. Manga-Magazine, DVDs, Artbooks usw. werden in den Statistiken nicht berücksichtigt. Zur Gesamtzahl fehlende Titel wurden von kleineren Verlagen (z.B. Schreiber & Leser oder Schwarzer Turm) veröffentlicht.

Im Jahr 2005 ist EMA absoluter Spitzenreiter, Tokyopop nimmt Fahrt auf. Heyne beginnt in diesem Jahr erst mit der Veröffentlichung.

Die Veröffentlichungszahl erreicht mit über 800 Titeln im Jahr 2006 einen Höhepunkt. EMA kann seinen Spitzenplatz behaupten, Carlsen wird vom Konkurs des japanischen Biblos-Verlags beeinflusst, der den Verlag dazu zwingt, viele Yaoi-Titel aufgrund unklarer Rechtelage auf Eis zu legen.

Die Gesamtveröffentlichungszahl ist deutlich geringer als 2006, was auf die gesunkenen Zahlen bei EMA und Panini zurückzuführen ist. EMA veröffentlicht 2007 die wenigsten Mangas seit 2003. Carlsen holt dagegen auf, wohl auch dank der Chibi-Mangas, die die Statistik nach oben drücken.
Der Trend nach unten dürfte sich 2008 zunächst fortsetzen. Die Verlage haben (trotz der sich angeblich bessernden wirtschaftlichen Lage in Deutschland) weniger Freiheiten für Experimente als in den Vorjahren, da es weniger absolute Bestseller gibt. Der Grund ist vermutlich das Fehlen eines frei empfangbaren Animesenders mit neuen Animeserien, seitdem RTL2 sich in diesem Bereich sehr zurückhält. Somit fehlt nicht nur die Werbewirkung einer erfolgreichen Animeserie für die entsprechende Mangareihe, auch das allgemeine Interesse an japanischer Popkultur (und damit einer Erweiterung der Zielgruppe für Mangas) wird durch das reduzierte Angebot an frei empfangbaren Sendungen bei Kindern und Jugendlichen kaum mehr geweckt. Es bleibt wohl nur zu hoffen, dass ein anderer Sender in die Bresche springt und mit aktuellen Animeserien wieder das Feuer entfacht.
Christian
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